Die 20 schwierigsten Fragen im Einbürgerungstest, erklärt
Nicht alle 310 Fragen sind gleich schwer. Diese 20 sorgen für die meisten Fehler, weil sie ähnliche Begriffe verwechseln lassen, Verneinungen enthalten oder Detailwissen abfragen.
Aktualisiert am 28.08.2026 · Lesezeit etwa 5 Minuten
Auf einen Blick
- Fragen im Test
- 33
- Bestanden ab
- 17 richtigen
- Puffer
- 16 Fehler erlaubt
- Häufigste Fehlerquelle
- Fragen mit „nicht“ und „kein“
Der Einbürgerungstest ist gut zu schaffen: Über 90 Prozent bestehen, und Sie dürfen 16 Fragen falsch beantworten. Trotzdem gibt es eine Handvoll Fragen, die überdurchschnittlich oft schiefgehen. Sie sind nicht schwerer im Sinne von anspruchsvoller, sondern verwechslungsanfällig. Wer sie kennt, hat einen komfortablen Puffer.
Gruppe 1: Fragen mit Verneinung
Diese Fragen fragen nicht nach dem Richtigen, sondern nach dem Falschen. Unter Zeitdruck liest man das „nicht“ leicht über und kreuzt die inhaltlich korrekte Aussage an, was hier genau der Fehler ist.
- Frage 32: Was ist keine staatliche Gewalt in Deutschland? Die Presse ist gemeint. Sie wird zwar oft „vierte Gewalt“ genannt, ist aber keine Staatsgewalt.
- Frage 48: Welches Organ gehört nicht zu den Verfassungsorganen? Die Bürgerversammlung. Merken Sie sich die fünf echten: Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung, Bundespräsident, Bundesverfassungsgericht.
- Frage 63: Was gehört nicht zur Exekutive? Die Gerichte. Polizei, Finanzamt und Ministerien führen Gesetze aus, Gerichte sprechen Recht.
- Frage 65: Was gehört nicht zu den Aufgaben des Bundestages? Das Kabinett zu bilden. Das macht der Kanzler, indem er die Ministerinnen und Minister vorschlägt.
- Frage 100: Was gehört nicht zur gesetzlichen Sozialversicherung? Die Lebensversicherung. Die fünf gesetzlichen sind Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung.
- Frage 285: Was muss eine Angestellte nicht vom Gehalt zahlen? Die Umsatzsteuer. Die zahlen Sie beim Einkaufen, nicht vom Lohn.
Gruppe 2: Fragen mit ähnlich klingenden Begriffen
Hier liegt die Schwierigkeit in der deutschen Verwaltungssprache. Bundestag, Bundesrat, Bundesversammlung und Bundesregierung klingen ähnlich, meinen aber völlig verschiedene Dinge.
- Frage 86: Wer wählt den Bundespräsidenten? Die Bundesversammlung, nicht der Bundesrat. Die Bundesversammlung tritt nur zu diesem einen Zweck zusammen.
- Frage 85: Wer bildet den Bundesrat? Die Regierungsvertreter der Länder, keine gewählten Abgeordneten. Genau darin unterscheidet er sich vom Bundestag.
- Frage 91: Warum kann ein Regierungswechsel im Land die Bundespolitik erschweren? Weil sich dadurch die Mehrheit im Bundesrat ändert, nicht im Bundestag. Landtagswahlen verändern nie den Bundestag.
- Frage 93: Was bewirken mehr Zweitstimmen? Mehr Sitze im Parlament. Die Erststimme wählt eine Person im Wahlkreis, die Zweitstimme entscheidet über die Sitzverteilung.
- Frage 120: Wie heißt das deutsche Wahlsystem? Mehrheits- und Verhältniswahlrecht. Beide Prinzipien sind kombiniert, deshalb die Doppelbezeichnung.
- Frage 57: Wer wird Bundestagspräsident? Eine Abgeordnete oder ein Abgeordneter der stärksten Fraktion, nicht die älteste Person im Parlament.
Gruppe 3: Fragen nach Jahreszahlen und Institutionen
Diese Fragen kann man nicht herleiten, man muss sie wissen. Dafür sind sie mit wenigen Wiederholungen sicher zu lernen.
- Frage 59: Seit wann gibt es jüdische Gemeinden in Deutschland? Seit etwa 1700 Jahren. Ein Edikt Kaiser Konstantins von 321 belegt eine Gemeinde in Köln.
- Frage 184: Auf welcher Grundlage wurde Israel gegründet? Auf einer Resolution der Vereinten Nationen, nicht auf einem Beschluss des Zionistenkongresses.
- Frage 178: Warum gab es die Berliner Luftbrücke? Weil die Sowjetunion den gesamten Landverkehr nach West-Berlin unterbrach.
- Frage 237: Was war der Inhalt der Römischen Verträge? Die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957, aus der später die EU wurde.
- Frage 102: Womit wird man für besondere Leistungen geehrt? Mit dem Bundesverdienstkreuz. Der Bundesadler ist ein Wappen, kein Orden.
- Frage 298: Aus welchen Ländern kamen Migranten in die DDR? Vietnam, Polen und Mosambik. Nicht zu verwechseln mit den Gastarbeitern der Bundesrepublik, die zuerst aus Italien kamen.
- Frage 291: Warum steht die Kirchenzugehörigkeit in der Steuererklärung? Weil die Kirchensteuer an die Einkommen- und Lohnsteuer gekoppelt ist.
- Frage 268: Führerscheinprüfung in der Muttersprache? Die Theorieprüfung ist in mehr als zehn Sprachen möglich. Diese Frage überrascht viele, weil die Antwort großzügiger ist als erwartet.
Die Prüfungsstrategie in vier Punkten
- Verneinungen markieren. „Nicht“ und „kein“ unterstreichen, bevor Sie die Antworten lesen.
- Keine Frage offen lassen. Falsche Antworten geben keine Minuspunkte, raten ist immer besser als leer lassen.
- Bei Verwechslungsgefahr auf das Prinzip zurückgehen. Bundestag gleich gewählte Abgeordnete, Bundesrat gleich Länderregierungen, Bundesversammlung gleich nur für den Bundespräsidenten.
- Die Landesfragen zuletzt lernen, aber unbedingt lernen. Zehn Fragen, an einem Nachmittag zu schaffen, und sie machen 3 von 33 Punkten aus.
Testen Sie, wie viele dieser Muster Sie schon sicher erkennen. Ab 28 von 33 richtigen Antworten haben Sie genug Puffer für den Ernstfall.
Probetest startenGezielt weiterlernen
Wenn Ihnen mehrere Fragen aus einer der drei Gruppen Probleme machen, lernen Sie den ganzen Themenblock statt einzelner Fragen. Am hilfreichsten sind dafür Staat, Regierung und Föderalismus, Wahlen, Parteien und Parlament und DDR, Teilung und Wiedervereinigung. Den kompletten Überblick gibt es unter alle Fragen mit Antworten.
Häufige Fragen
Kommen diese 20 Fragen sicher in meinem Test vor?
Nein. Die 30 allgemeinen Fragen werden zufällig aus 300 gezogen. Statistisch treffen Sie also nur einen kleinen Teil dieser Liste. Sie zu kennen erhöht aber Ihren Puffer.
Gibt es eine offizielle Statistik über die schwersten Fragen?
Das BAMF veröffentlicht keine Fehlerquoten pro Frage. Diese Auswahl beruht auf typischen Verwechslungsmustern im Fragenkatalog, nicht auf amtlichen Daten.
Wie viele Fragen darf ich falsch haben?
Sechzehn. Bestanden haben Sie ab 17 richtigen von 33 Fragen. Das entspricht knapp 52 Prozent.
Sind Bildfragen schwieriger?
Meistens nicht. Es geht um Wappen, Flaggen, Landkarten, den Reichstag und einen gültigen Stimmzettel. Wenn Sie die Bilder einmal bewusst angeschaut haben, sind das sichere Punkte.
Sind die Landesfragen schwerer als die allgemeinen?
Nein, im Gegenteil. Sie folgen in allen 16 Bundesländern demselben Schema: Wappen, Landkreis, Wahlperiode, Wahlalter, Flagge, Landeszentrale, Landeshauptstadt, Landkarte, Regierungschef und die Frage nach dem Außenminister, den kein Bundesland hat.