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Ratgeber/Prüfung

Der Prüfungstag beim Einbürgerungstest: was Sie wirklich erwartet

Vom Betreten des Gebäudes bis zur Abgabe des Bogens. Wie der Tag konkret abläuft, was auf dem Tisch liegen darf, wie viel Zeit Sie wirklich brauchen und welche Fehler am häufigsten passieren.

Aktualisiert am 28.08.2026 · Lesezeit etwa 5 Minuten

Auf einen Blick

Dauer vor Ort
etwa 90 Minuten
Bearbeitungszeit
60 Minuten
Zwingend mitbringen
gültiger Lichtbildausweis
Hilfsmittel
keine, auch kein Wörterbuch
Ergebnis
per Post, meist nach 4 bis 8 Wochen

Die meisten Menschen sind vor dem Einbürgerungstest nervöser als nötig. Das liegt selten am Stoff, sondern daran, dass niemand genau weiß, wie so ein Prüfungstag abläuft. Dieser Artikel beschreibt ihn Schritt für Schritt, damit am Testtag nichts überrascht.

Der Abend vorher

  • Legen Sie den Ausweis bereit und prüfen Sie das Ablaufdatum. Ein abgelaufener Pass ist der häufigste Grund, aus dem Menschen abgewiesen werden.
  • Legen Sie die Anmeldebestätigung und einen Kugelschreiber dazu. Viele Prüfstellen stellen keine Stifte.
  • Schauen Sie noch einmal nach, wo genau der Raum ist. Volkshochschulen haben oft mehrere Gebäude.
  • Lernen Sie nicht mehr bis Mitternacht. Am letzten Abend bringt Schlaf mehr als Wiederholung.

Ankunft und Einlass

  1. 1

    Seien Sie 15 bis 20 Minuten früher da

    Wer zu spät kommt, wird in aller Regel nicht mehr eingelassen und verliert die Gebühr von 25 Euro. Das ist die härteste Regel des Tages, und sie wird konsequent angewandt.

  2. 2

    Ausweiskontrolle

    Am Eingang oder im Raum wird Ihre Identität geprüft. Sie brauchen einen gültigen Lichtbildausweis: Reisepass, Personalausweis Ihres Herkunftslandes oder elektronischen Aufenthaltstitel. Ohne diesen Nachweis dürfen Sie nicht teilnehmen.

  3. 3

    Platzzuweisung

    Die Plätze werden meist zugewiesen, damit Abstände eingehalten werden. Taschen, Jacken und Handys kommen nach vorne oder an den Rand des Raums. Das Handy muss ausgeschaltet sein, nicht nur lautlos.

  4. 4

    Erklärung durch die Aufsicht

    Die Prüfungsaufsicht erklärt den Ablauf, die Zeit und den Umgang mit dem Antwortbogen. Fragen zum Verfahren können Sie hier stellen, Fragen zum Inhalt nicht.

Die 60 Minuten Bearbeitungszeit

Sie erhalten einen Fragebogen mit 33 Fragen und einen Antwortbogen. Der Fragebogen ist Ihr Arbeitsblatt, gewertet wird der Antwortbogen. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, genau eine davon ist richtig.

  • 30 Fragen stammen aus dem bundesweiten Katalog mit 300 Fragen.
  • 3 Fragen stammen aus den 10 Fragen des Bundeslandes, das Sie bei der Anmeldung angegeben haben.
  • Einige Fragen enthalten Bilder, etwa Wappen, Flaggen, eine Landkarte, den Reichstag oder einen Stimmzettel.
  • Bestanden haben Sie ab 17 richtigen Antworten. Sie dürfen also 16 Fragen falsch beantworten.

Was auf dem Tisch liegen darf

ErlaubtNicht erlaubt
KugelschreiberHandy, Smartwatch, Kopfhörer
AusweisdokumentWörterbuch oder Übersetzungshilfe
Getränk, sofern die Prüfstelle es zulässteigene Notizen oder Ausdrucke
SehhilfeTaschenrechner oder andere Geräte

Die häufigsten Fehler am Prüfungstag

  1. Zu spät kommen. Kein Einlass, keine Rückerstattung. Planen Sie Puffer für Verkehr und Parkplatzsuche ein.
  2. Ausweis vergessen oder abgelaufen. Wird ohne Ausnahme abgewiesen.
  3. Verneinungen überlesen. Fragen wie „Was gehört nicht dazu?“ drehen die Logik um. Unterstreichen Sie das „nicht“ auf dem Fragebogen. Beispiele finden Sie in den 20 schwierigsten Fragen.
  4. Fragen offen lassen. Falsche Antworten geben keine Minuspunkte. Eine geratene Antwort hat 25 Prozent Chance, eine leere Zeile hat null.
  5. Zwei Kreuze bei einer Frage. Das macht die Antwort ungültig. Wenn Sie sich korrigieren, streichen Sie sauber durch und fragen Sie im Zweifel die Aufsicht.
  6. Zu früh abgeben, ohne zu kontrollieren. Nutzen Sie die volle Zeit für einen zweiten Durchgang.

Nach der Abgabe

Sie geben Frage- und Antwortbogen ab und dürfen gehen. Ein Ergebnis erfahren Sie nicht vor Ort, und die Aufsicht darf Ihnen auch keine Einschätzung geben. Die Bögen werden zentral ausgewertet.

  • Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen bis zum Ergebnis, in Zeiten hoher Nachfrage auch länger.
  • Das Ergebnis kommt per Post. Online abrufbar ist es nicht.
  • Bei Bestehen erhalten Sie eine Bescheinigung nach bundeseinheitlichem Vordruck ohne Ablaufdatum.
  • Sie erfahren nicht, welche einzelnen Fragen Sie falsch beantwortet haben, nur die Zahl der richtigen Antworten.
  • Melden Sie sich bei der Prüfstelle, wenn nach drei Monaten nichts angekommen ist.

Wie es danach weitergeht, steht in Einbürgerungstest bestanden: was nun?. Falls es nicht geklappt hat, hilft Einbürgerungstest nicht bestanden.

Checkliste für den Prüfungstag

  • Gültiger Lichtbildausweis, Ablaufdatum geprüft.
  • Anmeldebestätigung, falls vorhanden.
  • Kugelschreiber, am besten zwei.
  • Adresse und Raumnummer notiert, Anfahrt geplant.
  • Handy ausgeschaltet, nicht nur lautlos.
  • Mindestens 15 Minuten Puffer eingeplant.

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Letzten Probetest machen

Häufige Fragen

Darf ich während der Prüfung auf die Toilette?

In der Regel ja, meist einzeln und in Begleitung der Aufsicht. Fragen Sie zu Beginn, wie die Prüfstelle das handhabt.

Was passiert, wenn ich eine Frage nicht verstehe?

Die Aufsicht darf Fragen nicht erklären oder übersetzen. Lesen Sie die Frage in Ruhe noch einmal, achten Sie auf Verneinungen, und entscheiden Sie sich sonst für die plausibelste Antwort. Leer lassen ist immer die schlechteste Option.

Wie viele Menschen sitzen mit mir im Raum?

Das schwankt stark, von einer Handvoll bis zu mehreren Dutzend. An großen Volkshochschulen sind Gruppen von 20 bis 40 Personen üblich.

Muss ich meinen Aufenthaltstitel mitbringen?

Ein gültiger Lichtbildausweis genügt. Der elektronische Aufenthaltstitel erfüllt diese Funktion, ein Reisepass ebenso. Bringen Sie im Zweifel beides mit.

Kann ich die Prüfung abbrechen?

Ja, Sie können jederzeit abgeben und gehen. Der Versuch zählt dann allerdings als nicht bestanden, und die Gebühr ist verbraucht. Bearbeiten Sie den Bogen lieber vollständig, auch wenn Sie unsicher sind.

Bekomme ich eine Bestätigung, dass ich teilgenommen habe?

Die Prüfstelle dokumentiert Ihre Teilnahme, stellt aber normalerweise keine gesonderte Bescheinigung aus. Die offizielle Bescheinigung erhalten Sie erst mit dem Ergebnis.

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