Einbürgerungstest 2026: Kosten, Anmeldung und Ablauf am Prüfungstag
Was der Test kostet, wo Sie sich anmelden, was Sie mitbringen müssen und wie die Prüfung abläuft. Alle Schritte von der Terminsuche bis zum Zertifikat.
Aktualisiert am 28.08.2026 · Lesezeit etwa 7 Minuten
Auf einen Blick
- Gebühr
- 25 Euro pro Versuch
- Fragen
- 33 (30 allgemeine + 3 zum Bundesland)
- Bestanden ab
- 17 richtigen Antworten
- Zeit
- 60 Minuten
- Anmeldung
- direkt bei einer Prüfstelle
Der Einbürgerungstest ist der Teil des Einbürgerungsverfahrens, den Sie am leichtesten selbst in der Hand haben. Die Fragen sind vorher bekannt, die Durchfallquote liegt bundesweit im einstelligen Prozentbereich, und der Test kostet nur einen Bruchteil der gesamten Einbürgerungsgebühr. Dieser Leitfaden beschreibt jeden Schritt: von der Suche nach einer Prüfstelle über die Anmeldung bis zu dem Moment, in dem das Zertifikat im Briefkasten liegt.
Was der Einbürgerungstest kostet
Die Gebühr für den Einbürgerungstest beträgt bundesweit 25 Euro. Dieser Betrag ist gesetzlich festgelegt, Prüfstellen dürfen ihn nicht erhöhen. Bezahlt wird bei der Anmeldung, je nach Einrichtung bar, per Karte oder per Überweisung.
Wichtig ist die Abgrenzung zu den übrigen Kosten des Verfahrens. Die 25 Euro sind nur die Prüfungsgebühr. Die eigentliche Einbürgerung kostet zusätzlich 255 Euro pro erwachsener Person.
| Posten | Kosten | Wann fällig |
|---|---|---|
| Einbürgerungstest | 25 Euro pro Versuch | bei der Anmeldung zum Test |
| Test „Leben in Deutschland“ im Integrationskurs | 0 Euro | entfällt für Kursteilnehmende |
| Einbürgerung Erwachsene | 255 Euro | mit dem Einbürgerungsantrag |
| Einbürgerung minderjähriges Kind mit den Eltern | 51 Euro | mit dem Einbürgerungsantrag |
| B1-Sprachzertifikat | je nach Anbieter, meist 100 bis 200 Euro | bei der Anmeldung zur Sprachprüfung |
| Deutscher Reisepass | je nach Alter und Gültigkeit | nach der Einbürgerung |
Wo und wie Sie sich anmelden
Der häufigste Fehler bei der Anmeldung ist der Gang zur falschen Stelle. Die Einbürgerungsbehörde Ihrer Stadt nimmt den Einbürgerungsantrag entgegen, sie führt den Test aber nicht durch. Zuständig sind rund 720 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassene Prüfstellen, überwiegend Volkshochschulen und anerkannte Bildungsträger.
- 1
Prüfstelle in Ihrer Nähe suchen
Suchen Sie eine zugelassene Prüfstelle in Ihrer Stadt oder Ihrem Bundesland. Wir führen alle 720 Prüfstellen mit Adresse: Prüfstellen nach Stadt oder nach Bundesland.
- 2
Nach dem nächsten Termin fragen
Die meisten Prüfstellen bieten mehrmals im Monat Termine an, größere Volkshochschulen sogar wöchentlich. Fragen Sie telefonisch oder per E-Mail nach freien Plätzen. In Ballungsräumen sind die Termine oft mehrere Wochen im Voraus ausgebucht, planen Sie also Vorlauf ein.
- 3
Anmelden und Gebühr bezahlen
Die Anmeldung erfolgt je nach Einrichtung persönlich, telefonisch oder online. Sie gilt erst als verbindlich, wenn die 25 Euro bezahlt sind. Sie bekommen eine Anmeldebestätigung mit Datum, Uhrzeit und Raum.
- 4
Bundesland angeben
Bei der Anmeldung geben Sie an, für welches Bundesland Sie geprüft werden möchten. Das ist normalerweise das Bundesland, in dem Sie wohnen, denn daraus stammen die 3 Landesfragen im Test.
Der Ablauf am Prüfungstag
Der Test findet in einem normalen Unterrichtsraum statt, meist in kleinen Gruppen. Rechnen Sie mit gut anderthalb Stunden vor Ort, obwohl die reine Bearbeitungszeit 60 Minuten beträgt. Der Rest geht für Einlass, Identitätsprüfung und Erklärungen drauf.
- Erscheinen Sie mindestens 15 Minuten vor Beginn. Wer zu spät kommt, wird in der Regel nicht mehr eingelassen und verliert die Gebühr.
- Am Eingang wird Ihre Identität geprüft. Ohne gültigen Lichtbildausweis dürfen Sie nicht teilnehmen.
- Sie erhalten den Fragebogen mit 33 Fragen und einen Antwortbogen. Handys und Unterlagen müssen weggeräumt werden.
- Sie haben 60 Minuten Zeit. Das sind knapp zwei Minuten pro Frage, in der Praxis sind die meisten deutlich früher fertig.
- Kreuzen Sie zu jeder Frage genau eine der vier Antwortmöglichkeiten an. Falsche Antworten geben keine Minuspunkte, lassen Sie deshalb keine Frage offen.
- Sie geben Fragebogen und Antwortbogen ab und dürfen gehen. Das Ergebnis erfahren Sie nicht sofort.
Was Sie mitbringen müssen
- Einen gültigen Lichtbildausweis: Reisepass, Personalausweis Ihres Herkunftslandes oder elektronischen Aufenthaltstitel. Das ist die einzige zwingende Mitbringpflicht.
- Die Anmeldebestätigung, falls Ihnen die Prüfstelle eine ausgestellt hat.
- Einen Kugelschreiber. Viele Prüfstellen stellen keinen.
- Falls vorhanden: den Zahlungsnachweis über die 25 Euro.
Welche Fragen im Test vorkommen
Der Fragebogen enthält 33 Fragen: 30 aus dem bundesweiten Katalog mit 300 Fragen und 3 aus den 10 Fragen Ihres Bundeslandes. Alle Fragen sind vorher öffentlich bekannt, es gibt keine Überraschungen. Sie müssen also insgesamt 310 Fragen kennen, nicht alle 460 des Gesamtkatalogs.
Inhaltlich verteilen sich die allgemeinen Fragen auf drei Bereiche: Politik in der Demokratie, Geschichte und Verantwortung sowie Mensch und Gesellschaft. Wer nach Themen lernt statt in der Reihenfolge der Fragenummern, behält die Zusammenhänge deutlich besser. Einige Fragen enthalten Bilder, etwa zu Wappen, Flaggen, Landkarten oder zum gültigen Stimmzettel.
Machen Sie einen kostenlosen Probetest mit 33 Fragen, genau wie in der echten Prüfung, mit sofortiger Auswertung.
Probetest startenWann das Ergebnis kommt
Die Antwortbögen werden nicht vor Ort ausgewertet, sondern zentral. Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen, in Zeiten hoher Nachfrage auch länger. Das Ergebnis kommt per Post, online abrufbar ist es nicht. Fragen Sie bei der Prüfstelle nach, wenn nach drei Monaten nichts angekommen ist.
Wenn Sie bestanden haben, erhalten Sie eine Bescheinigung nach bundeseinheitlichem Vordruck. Dieses Zertifikat hat kein Ablaufdatum. Sie legen es später zusammen mit dem Einbürgerungsantrag vor. Bewahren Sie es sorgfältig auf und geben Sie der Behörde immer nur beglaubigte Kopien, nie das Original.
Wenn Sie nicht bestanden haben, ist das kein Beinbruch. Sie können den Test wiederholen, jeder Versuch kostet erneut 25 Euro. Was dann zu tun ist, steht in unserem Artikel Einbürgerungstest nicht bestanden.
Wie viel Vorbereitung wirklich nötig ist
Die Bestehensquote liegt bundesweit über 90 Prozent. Das liegt nicht daran, dass der Test trivial wäre, sondern daran, dass der Fragenkatalog vollständig veröffentlicht ist. Wer die 310 relevanten Fragen einmal sorgfältig durchgearbeitet hat, besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Als Faustregel: Zwei bis drei Wochen mit täglich 20 bis 30 Minuten reichen für die meisten Menschen aus. Entscheidend ist weniger die Gesamtdauer als die Regelmäßigkeit und die gezielte Wiederholung der Fragen, die Sie falsch beantwortet haben.
- Arbeiten Sie den Katalog einmal komplett durch: alle Fragen mit Antworten.
- Lernen Sie danach nach Themen, damit Sie Zusammenhänge verstehen statt Antworten auswendig zu lernen.
- Machen Sie mehrere Probetests. Da die Fragen zufällig gezogen werden, bekommen Sie jedes Mal eine andere Zusammenstellung.
- Vergessen Sie die Landesfragen nicht. Sie sind mit 3 von 33 Fragen leicht zu unterschätzen, aber schnell gelernt: Fragen nach Bundesland.
Häufige Fragen
Muss ich den Einbürgerungstest in dem Bundesland machen, in dem ich wohne?
Sie können den Test grundsätzlich bei jeder zugelassenen Prüfstelle in Deutschland ablegen. Die 3 Landesfragen richten sich aber nach dem Bundesland, das Sie bei der Anmeldung angeben, und das sollte das Bundesland sein, in dem Sie eingebürgert werden möchten.
Kann ich den Test auf Englisch oder in meiner Muttersprache machen?
Nein. Der Test wird ausschließlich auf Deutsch durchgeführt, und es sind keine Wörterbücher erlaubt. Zum Lernen können Sie die Fragen bei uns aber in mehrere Sprachen übersetzen lassen.
Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Unbegrenzt. Der Einbürgerungstest muss nur einmal im Leben bestanden werden, ein Ablaufdatum gibt es nicht.
Bekomme ich die 25 Euro zurück, wenn ich nicht bestehe?
Nein. Die Gebühr deckt die Durchführung der Prüfung ab, unabhängig vom Ergebnis. Für jeden weiteren Versuch fallen erneut 25 Euro an.
Was passiert, wenn ich am Prüfungstag krank werde?
Melden Sie sich so früh wie möglich bei der Prüfstelle. Ob Sie die Gebühr zurückbekommen oder auf einen anderen Termin umgebucht werden, entscheidet die Einrichtung nach ihren eigenen Bedingungen. Ein ärztliches Attest hilft in der Regel.
Brauche ich einen Vorbereitungskurs?
Nein, der Einbürgerungskurs ist freiwillig. Weil der komplette Fragenkatalog veröffentlicht ist, reicht selbständiges Üben für die allermeisten Menschen aus.
Zählt der Test auch für die Niederlassungserlaubnis?
Nein. Für die Niederlassungserlaubnis wird der Test „Leben in Deutschland“ anerkannt, der Einbürgerungstest dagegen nicht, obwohl beide denselben Fragenkatalog haben. Diesen wichtigen Unterschied erklären wir hier im Detail.
Kann ich den Test online von zu Hause machen?
Nein. Der offizielle Test findet immer in Präsenz bei einer zugelassenen Prüfstelle statt. Online üben können Sie natürlich, aber das ersetzt die Prüfung nicht.